EigenerText: Lebensfreude – was ist das und wie wird das?

Ich kenne keinen Menschen, der nicht gerne glücklich ist und sich darum bemüht dies auch zu bleiben. Entweder kann man jetzt unterstellen, dass ich dann nicht viele Menschen kenne, oder aber man gesteht ein, dass die Menschen, die behaupten, dass sie gerne unglücklich sind, erhebliche Schwierigkeiten mit ihrem Selbstwertgefühl haben. Egal welche Variante sie annehmen, oder wie es um das eigene Selbstwertgefühl bestellt sein mag, mit Lebensfreude kann man sich nie genug beschäftigen, denn wer lebensfroh ist und Spaß an seinem Leben hat, der weiß, dass er/sie etwas richtig gemacht hat, denn unsere positiven Emotionen weisen uns die Richtung, welches Verhalten gut für unser Gedeihen und unsere Entwicklung ist. Und Lebensfreude kann man quasie mit dem Erleben positiver Emotionen gleichsetzen.

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Lebensfreude – sich über das eigene Leben freuen

Wer lebensfroh ist, freut sich über das eigene Leben, über die Situation in der er/sie ist und über das was er/sie erlebt – womit Lebensfreude das Gegenteil von Depression ist. Das heißt aber nicht, dass ein Leben absolut perfekt sein muss, damit man Lebensfreude empfindet. Solch ein perfektes Leben gibt es nicht und darauf hinzuarbeiten wäre verschwendete Lebenszeit. Vielmehr geht es darum das eigene Leben mit Momenten anzureichern, in denen man Lebensfreude empfindet, Momente in denen man unreflektiert und spontan handelt, in denen man nicht nachdenkt über das was man erlebt und tut, sondern in denen man einfach komplett aufgeht. Mit in dem Moment aufgehen meine ich, dass man in dem Moment komplett in der Gegenwart ist und alle Sorgen für einen Moment vergessen kann und total im hier und jetzt ankommt und diesen Moment als freudvoll und intensiv erlebt. In einem Moment der Freude, fließt das Leben durch einen hindurch, man fühlt sich lebendig und mit der Welt verbunden sowie im Einklang mit seinem unmittelbaren Umfeld. Egal wie schwierig oder kompliziert das eigene Leben wohl gerade sein mag, Lebensfreude kann in jeder Lebenslage entstehen. Wir müssen nicht erst alle Probleme lösen und alles perfektionieren, wir müssen unsere Sorgen nur für einen Moment ablegen und uns dem Leben und unseren Emotionen hingeben. Hat man immer wieder mal solche unbeschwerten Momente der Freude, dann kann auch ein kompliziertes Leben glücklich machen oder zumindest Zufriedenheit mit sich Selbst und dem eigenen Leben und damit Lebensfreude schaffen.

Wie sieht Lebensfreude in Moment aus

Wie diese Momente der Lebensfreude aussehen ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Wir Menschen sind sehr verschieden in unseren Interessen, Vorlieben etc. und entsprechend fällt es wahrscheinlich jedem in anderen Situationen leichter lebensfroh zu sein und diese überschwängliche Freude am eigenen Leben zu empfinden. Der eine kann sich total in einer Interaktion fallen lassen, wenn er/sie mit Freunden über alte Zeiten plaudert, der/die nächste, wenn man zusammen lustige Sachen macht etc. Aber so unterschiedlich diese glücklich machenden Situationen auch sein mögen, gewisse Gemeinsamkeiten haben sie schon.

Anders als beim Flow-Erleben (völliges Aufgehen bei einer Tätigkeit in die man sich total vertieft/konzentriert und die genau der eigenen Kompetenz entspricht – die also weder über noch unterfordert), zeichnet Momente der Lebensfreude aus, dass sie ohne Konzentration ablaufen. Das heißt in diesen Momenten gibt man sich einfach seiner Intuition, seinem spontanen emotionalen Impuls hin ohne über Regeln, Konsequenzen oder Bewertungen durch andere Menschen nachzudenken. Das heißt man kann absolut authentisch und man selbst sein. Gleichzeitig macht diese Momente aus, dass sie immer gemeinsam und nicht alleine statt finden. Sprich, dass wir in einer Interaktion aufblühen und uns in dieser total fallen lassen bzw. komplet wir selbst sein können, ohne uns verstellen, anpassen oder taktisch handeln zu müssen.

Lebensfreude entsteht nur bei Interaktion

Meist ist diesen Momenten inne, dass der Gegenüber Freude an unserem authentischen Verhalten empfindet und wir selbst dadurch ein positives Selbstwertgefühl haben und eine Nähe und water-863053_1280Verbundenheit mit der anderen Person empfinden. Als Auslöser dieser Situation kommt häufig eine sinnlose, übertriebene, lustige oder euphorische Handlung hinzu, bei der beide Personen gleichermaßen mit überschwänglicher Euphroie beteiligt sind. Die Rückmeldung, die uns unbewusst so glücklich macht und bei uns Lebensfreude erzeugt ist die Botschaft, „egal wie verrückt ich bin, andere finden das gut und lieben mich dafür dass ich so bin wie ich bin“ und teilen mit mir sogar diese Momente. Dieses Empfinden macht uns zufrieden mit dem eigenen Leben und bescherrt uns damit Lebensfreude.

Das heißt aber auch, dass ich Lebensfreude nur empfinden kann, wenn ich mich absolut authentisch verhalte, was meist nur mit ausgewählten Personen möglich ist, die uns sehr nahe stehen und uns gut kennen. Gleichzeitig muss dieser Gegenüber unseren Impuls mittragen und hier auch authentisch sein können. Das heißt, wenn ich total lache und aufgehe, der andere mich aber nur mit fragendem Blick anschaut, dann werde ich meine Euphorie schnell einstellen. Es ist also wichtig, dass man auch einen ähnlichen Humor, oder ein ähnliches Erleben hat, sodass beide Seiten diese Momente emotional verstehen oder erfassen können.

Lebensfreude lernen wir mit unseren Bindungspersonen

Je öffter wir die Erfahrung machen, dass andere unser authentisches Verhalten positiv wahrnehmen und in dieses Erleben einsteigen, desto lebensfroher sind wir. Da unser authentisches Verhalten mit positiven Emotionen, also mit der Annäherung an positive Ziele, einher geht, ist es klar ersichtlich, dass wir Lebensfreude nur in Interaktionen empfinden können, in denen der Gegenüber unsere Ziele und Wünsche ebenfalls als positiv empfindet. Wenn ich beispielsweise beim gemeinsamen musizieren total abgehe, der andere aber nicht gerne Musik macht, dann werde ich nicht das gleiche Gefühl der Freude haben, wie wenn wir beide diese Begeisterung teilen.

Wenn wir auf euphorisches, vielleicht etwas überdrehtes, aber authentisches Verhalten meistens nur negatives Feedback bekommen, dann werden wir diese Verhalten zunehmens einstellen, was uns unglücklich, ja sogar depressiv machen kann. Gerade deshalb ist es sehr wichtig, dass wir uns ein Umfeld suchen, dass unsere Ziele und Interessen positiv bewertet und in dem wir positives Feedback zu unserer Person erfahren. Weiter ist es auch wichtig, dass wir aktiv sind, also positive Annäherungsziele haben. Jemand der nur damit beschäftigt ist negative Emotionen zu vermeiden, der wird kaum Lebensfreude empfinden können. Deshalb sind gerade Interessen für die man richtig brennt (dies kann auch total „sinnloser“ Humor sein) wichtig um zufrieden mit dem eigenen Leben zu sein.

Mit intuitivem und authentischem Verhalten meine ich Verhaltensweisen, die positiven Emotionsimpulsen folgen. Ich meine nicht jenes Verhalten, dass negativen Emotionsimpulsen folgt, so wie der von Angst ausgelöste Impuls vor etwas davon zu laufen oder eine Auseinandersetzung zu vermeiden oder ähnliches.

Was also tun, wenn die Lebensfreude fehlt

Finde Tätigkeiten für die du dich begeistern kannst, finde Leute mit denen du diese Begeisterung teilen kannst und die wertschätzend in ihrem Verhalen sind und bei denen du dich deshalb öffnen und ganz authentisch zeigen kannst. Habt ihr dann noch einen ähnlichen Humor und gelingt es euch gemeinsam in eine positive ausgelassene Stimmung zu fallen, in der ihr intuitiv Handelt, dann steht der Lebensfreude nichts mehr im Weg.

Das heißt kurz gesagt: „Lebensfreude ist das Gegenteil von Angst (der Gegenüber muss wertschätzend und damit vertrauenswürdig sein) und das Gegenteil von Rationalität (sobald wir anfangen über die Situation nachzudenken, wird die Freude gebremst)“.

angelehnt an die PSI-Theorie von Julius Kuhl

verfasst von Johannes Supertramp

 

P.S. hier ist noch ein netter Artikel mit dem gleichen Thema, der jedoch meiner Meinung nach mehr darauf eingeht, wie man zufriedener mit seinem Leben wird, statt darauf wie Lebensfreude entsteht. Trotzdem sehr lesenswert: –> Zwölf Tricks, die Sie glücklicher machen

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