MusikVideo: I’ll be good – Jaymes Young

Wir alle wissen, dass das Leben oft nicht so leicht ist. Wir sind oft gefangen in unseren eigenen Empfindungen, Einstellungen und Mustern. Oft fällt uns das nicht auf und ist uns nicht bewusst, aber meist begreifen wir irgendwann, dass wir vieles anders hätten machen sollen und wünschten uns dies getan zu haben. In diesen Momenten in denen wir uns selbst ohne unsere emotionale Befangenheit betrachten können, wünschen wir all das Versäumte wieder gut machen zu können. Das ist auch das zentrale Thema des Songs „I’ll be good“ von Jaymes Young – ein wunderschöner, ergreifender und authentischer Song, der auch wirklich sehr reflektiert wirkt.

„I’ll be good, I’ll be good
For all of the times that I never could.“

Gefangen in emotionalen Realitäten:

In diesen Momenten in denen wir uns selbst realistisch ohne emotionale Befangenheit betrachten – „[when I] see myself clearer“– fragen wir uns vielleicht wer dieser Mensch da im Spiegel ist – wohl nicht die Person die wir dort gerne sehen würden – „I thought I saw the devil, this morning – Looking in the mirror“. Wir wollen dann alles wieder gut machen.

Doch nehmen andere unsere Reue, Einsicht und unser neues Bemühen an, vor dem Hintergrund dass sie reflektiert und unabhängig von den Verletzungen die wir ihnen zugefügt haben unseren guten Willen sehen, oder bleiben auch sie wie wir einst in unseren emotionalen Realitäten haften und beginnen die gleiche Geschichte von vorne? Handelnd in Angst vor Verletzung – dadurch stark fokussiert auf die eigene Bedürftigkeit, wenig offen und verständnisvoll und dadurch selbst auch verletztend? Trägt jeder verletzte die eigenen Verletzungen wieder an andere heran, sodass jeder Versuch versäumtes wieder gut zu machen im Streit enden, oder sind andere Menschen reflektiert und verzeihend, wenn wir Reue zeigen?

Wie andere reagieren liegt letztlich nicht in unserer Hand und das müssen wir akzeptieren und respektieren. Vielleicht respektieren unsere Mitmenschen, wenn wir lernen und uns weiter entwickeln und uns jetzt fürsorglicher oder empathischer verhalten und alte Verfehlungen wieder gut machen wollen. Vielleicht haben wir aber auch zu oft „verletzt“ als dass sie uns jetzt noch verzeihen können. Aber selbst wenn sie das nicht können ist es gut, dieses neue reflektierte Verhalten bei zu behalten und immer wieder Angebote der Wiedergutmachung zu geben. Egal ob unser guter Wille ankommt, wir dürfen unser besseres selbst nicht gleich wieder aufgeben, sondern müssen am Guten festhalten  und es jeden Tag wieder aufs neue Versuchen – „I’ll be a better man today“.

Verletzungen lassen sich nicht immer vermeiden:

Wir müssen aber auch akzeptieren und annehmen, dass es Situationen im Leben gibt, in denen wir uns selbst verteidigen und gegen die Bedürfnisse anderer stellen müssen und diese damit zu unserem eigenen Wohle „verletzten“ müssen – „I never ment to start a fire“. Denn wenn andere in ihrer Situation unsere Bedürfnisse nicht sehen oder berücksichtigen können, müssen wir uns selbst zu liebe für diese eintreten. Die Frage ist immer ob andere dies verstehen und akzeptieren können.

Und wenn wir in der anderen Position sind, dass jemand uns gegenüber seine Bedürfnisse verletzend vertritt, stellt sich auch die Frage, ob der Verletzende überhaupt merkt und wahrnimmt wenn er uns „verletzen“, was oft nicht der Fall ist. Deshalb ist es wichtig die eigenen Bedürfnisse und Emotionalitäten an- und auszusprechen.

Mit diesen wechselseitigen „Verletzungen“, die immer wieder leider unvermeidlich sind, müssen wir irgendwie umgehen, sei es bei wenig fürsorglichen Menschen durch Abgrenzung, bei eigener unfeinfühligkeit durch Reflexion und bei sich entgegenstehenden Bedürfnissen durch Diskussion und Konfrontation mit der Emotionalität des Gegenübers. Aber eines steht fest, jeder Mensch hat die gleiche Verantwortung reflektiert mit den eigenen Bedürfnissen und denen der anderen umzugehen.

Es ist wichtig auf eine positive Bilanz zu achten:

Das heißt wir sollten uns bemühen die Bilanz positiv zu halten und wenn wir merken, dass wir uns oft unreflektiert und verletzend verhalten haben, dann ist es wichtig daraus zu lernen um heute konstruktiver zu handeln. Ganz nach dem Motto „I’ll be good, I’ll be good – for all of the times that I never could“

Denn niemand ist mutwillig ein schlechter Mensch, wer in der Lage wäre konstruktiver zu handeln, der würde das tun. Deshalb ist es wichtig im Leben auch zu verzeihen und auch verletzenden Menschen mit Verständnis entgegen zu treten. Es ist nur wichtig „aufzuwachen“ und das Miteinander reflektiert, zu betrachten – ohne den Fokus nur auf die eigenen Bedürfnisse zu legen.

„Maybe I’m waking up today – I’ll be good, I’ll be good“

Zusammenfassung

Menschen handeln immer gefangen in ihren emotionalen Realitäten, sprich in ihren emotionalen Impulsen die teilweise wenig konstruktiv und für andere oft verletzend sind. Um „bessere“ Menschen zu sein ist es wichtig das eigene Verhalten und empfinden reflektiert, also auf einer rein sachlichen Ebene zu betrachten, um unabhängig von unseren eigenen Verletzungen möglichst konstruktiv handeln zu können. Mit konstruktiv meine ich, die Bedürfnisse anderer Menschen genau so in unserem Verhalten und in unseren Überlegungen mitzuberücksichtigen wie unsere eigenen Bedürfnisse. Denn damit mögen wir einander lieber und tragen damit zu einer friedlicheren Gesellschaft bei. Sind wir oder andere nicht empathisch gegenüber Bedürfnissen, hilft es diese zu formulieren, zu diskutieren, sich abzugrenzen oder eigene Befangenheiten zu reflektieren.

 

verfasst von Johannes Supertramp

Bildquelle: http://allstonpudding.com/photo-recap-vance-joy-jaymes-young-paradise-1029/

 

 

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