Buchzitat: Motivation und Verhalten bestimmen unser Leben

„Verhalten ist somit darauf ausgerichtet eine bestmögliche Anpassung an unsere Lebensumwelt herzustellen, um dadurch die eigenen Überlebens- und Reproduktionschancen, sowie die der eigenen Art beziehungsweise Gruppe (vgl. Wilson, 2013, S.75 ff.) zu verbessern. Da es ein evolutionäres Überlebensgebot ist, seine Ressourcen gezielt und nachhaltig einzusetzen (vgl. Richter et al., 2013, S.1552), kann man davon ausgehen, dass jedes Verhalten einen Sinn hat oder hatte, auch wenn dieser für Außenstehende und oft auch für uns selbst (vgl. Lammers & Lammers, 2007, S.75) nicht greifbar ist.

Damit es aber auch zu Verhalten kommt brauchen wir Motivation. Somit hat Motivation die Funktion, unser Verhalten auszulösen, zu steuern und aufrecht zu erhalten, um Zielzustände zu erreichen, die für unser Überleben, unsere Reproduktion, den Arterhalt sowie die Anpassung an unsere Lebensumwelt notwendig sind. Das heißt, dass wir zu Verhalten motiviert sind, das gut für uns ist, oder verspricht dies zu sein (vgl. Rothermund & Eder, 2011, S.82 f.).

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Welches Verhalten gut für uns ist, gibt die biologische Beschaffenheit unserer Art vor. Dies geschieht anhand der Bedingungen, die für ein gutes Gedeihen gegeben sein müssen. Fische sind beispielsweise für ihr Gedeihen auf ein Leben im Wasser angewiesen, der Mensch hingegen kann nur an Land Sauerstoff atmen. Zudem brauchen wir Flüssigkeit und Nahrung die wir verwerten können etc.. Neben diesen körperlichen Bedürfnissen, die Motivation hervorrufen, um befriedigt zu werden, gibt es aber auch Verhaltensweisen, die sich im Laufe der Evolution so sehr bewährt haben, dass deren Antriebe sich genau wie die körperlichen Bedürfnisse biologisch verankert haben. Letztere Antriebe sind der Ausgangspunkt für die Motivation von Verhalten, das über die Befriedigung der körperlichen Grundbedürfnisse hinaus geht, und werden als psychische Grundbedürfnisse bezeichnet (vgl. Grawe, 2004, S.183 ff.).

Da die Evolution des Menschen über 2 Mio. Jahre bis heute angedauert hat (vgl. Junker, 2006, S.13/112) und nennenswerte menschliche Kulturen erst seit etwa 10.000 Jahren existieren, wird angenommen, dass der Mensch in den entsprechenden 99,5 % seiner Entwicklung als Jäger und Sammler biologisch für einen anderen Lebensraum selektiert und damit optimiert wurde, als den, den er sich in den letzten Jahrhunderten selbst geschaffen hat (vgl. Schneider & Lindenberger, 2012, S.77). Dies führt dazu, dass wir durch kulturelle Aspekte und soziale Strukturen immer wieder zu Verhaltensweisen angehalten werden, die nicht ideal auf unsere biologischen Bedürfnisse abgestimmt sind (vgl. Junker, 2006, S.50/51), womit es uns häufig schwer fällt uns für das geforderte extrinsisch motivierte Verhalten zu motivieren.“

 

Quelle:

Johannes St. (2015): Motivation als Schlüssel für ein gelingendes Leben – Bedeutung motivationaler Aspekte für die Sozialen Arbeit im Umgang mit Jugendlichen; MV-Wissenschaft Verlag;

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